Vorurteil - Anthropologie - Literatur : : Der Vorurteilsdiskurs als Modus der Selbstaufklärung im 18. Jahrhundert / / Rainer Godel.

This study argues that it would be a foreshortening of Enlightenment discourse to regard prejudice merely as one of the bugbears the Enlightenment set out to dismantle. Rather, the discourse on prejudice served as a mode of self-enlightenment. Anthropologically oriented arguments advanced in literar...

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Bibliographic Details
Superior document:Title is part of eBook package: De Gruyter DGBA Literary and Cultural Studies 2000 - 2014
VerfasserIn:
MitwirkendeR:
Place / Publishing House:Tübingen : : Max Niemeyer Verlag, , [2012]
©2007
Year of Publication:2012
Language:German
Series:Hallesche Beiträge zur Europäischen Aufklärung : Schriftenreihe des Interdisziplinären Zentrums für die Erforschung der europäischen Aufklärung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg , 33
Online Access:
Physical Description:1 online resource (479 p.)
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Description
Other title:i-iv --
Vorrede --
Inhalt --
1. Vorurteil: Begriff und Diskurs im 18. Jahrhundert --
2. Anthropologischer Diskurs und anthropologiebasierte Argumentationsfiguren --
3. Anthropologisierte Vorurteilskritik --
4. Vorurteilsrehabilitierung vor dem Hintergrund der anthropologischen Wende --
5. Anthropologiebasierte Transformierung. Selbstaufklärung im literarischen Vorurteilsdiskurs --
6. Instrumentalisierung des Vorurteils. Zur selektiven Einhegung anthropologischer Prämissen --
7. Vorurteil, Aufklärung und Norm – ein Prospekt --
Literaturverzeichnis --
Personenregister
Summary:This study argues that it would be a foreshortening of Enlightenment discourse to regard prejudice merely as one of the bugbears the Enlightenment set out to dismantle. Rather, the discourse on prejudice served as a mode of self-enlightenment. Anthropologically oriented arguments advanced in literary and popular philosophical reflection on prejudice unsettled the rational certainty with which prejudices were criticized and replaced by the truth. Inquiries into the function of prejudices and attempts to find ways of engaging with them figured as substitutes for philosophical concepts and typologies.
»Die Aufklärung zieht gegen Täuschung und Vorurtheil zu Felde.« Was der Prediger und Publizist Andreas Riem 1788 lakonisch behauptet, scheint den Konsens auch der heutigen Aufklärungsforschung zu beschreiben: Die Entdeckung und Zerstörung der Vorurteile habe im Interesse aller Aufklärer gelegen. Zur Gegenaufklärung wird gerechnet, wer sich für Vorurteile ausspricht oder über Wege des Umgangs mit ihnen nachdenkt. Die Studie zeigt, dass es eine Verkürzung des aufklärerischen Diskurses wäre, betrachtete man das Vorurteil nur als Objekt der Aufklärung, als einen der von ihr anvisierten Angriffspunkte. Der Vorurteilsdiskurs wird vielmehr zum entscheidenden Modus aufklärerischer Selbstbefragung, der Selbstaufklärung der Aufklärung. Im literarischen und popularphilosophischen Nachdenken über das Vorurteil werden anthropologiebasierte Argumente wirksam. Sie erschüttern die rationale Gewissheit, mit der Vorurteile kritisiert und durch Wahrheit ersetzt werden sollten. Fragen nach der Funktion von Vorurteilen und nach Wegen, mit ihnen umzugehen, ersetzen die systemphilosophischen Fragen nach Begriff und Typologie. Anhand eines breiten Spektrums deutscher und europäischer Quellen zeigt der Verfasser, dass es dem Vorurteilsdiskurs des 18. Jahrhunderts mittels literarischer und paraliterarischer Formen gelingt, Aufklärung als selbstreflexive Urteilsbildung neu zu bestimmen.
Format:Mode of access: Internet via World Wide Web.
ISBN:9783110909234
9783110637854
9783110277135
9783110276909
ISSN:0948-6070 ;
DOI:10.1515/9783110909234
Access:restricted access
Hierarchical level:Monograph
Statement of Responsibility: Rainer Godel.